AK für Sie, Oktober 2018

8 AK FÜR SIE 10/2018 Titelthema 1 Herausfinden, was einem liegt Beim Herausfinden der eigenen Interes- sen helfen Berufsorientierung in der Schule, Berufsinformationszentren des AMS (www. ams.at ) und die L14 Bildungs- und Berufs- infomesse in der AK (7.–10.11.18, www.L14.at ). 2 Die Lehrstelle zum Interesse suchen Wer weiß, was einen interessiert, kann dazu den passenden Berufen suchen. ✔ Listen mit freien Lehrstellen hat das AMS – dort auf jeden Fall als lehrstellensuchend melden! ✔ Etwas wissen könnten auch Verwandte und Bekannte, die schon im Beruf des Interes- ses arbeiten. 3 Bewerbungen schreiben, Betriebe testen ✔ Wie eine Bewerbung geht, wird in Berufs- orientierung auch unter- richtet. ✔ Ob ein Betrieb gut aus- bildet, ist so zu erkennen: Er hat einen Ausbildungsplan, steht in gutem Austausch mit der Berufsschule, hat genügend AusbildnerInnen, bietet auch nach Lehrabschluss einen Arbeitsplatz. ✔ Außerdem gibt’s das Wiener Qualitätssigel „Top-Lehrbetrieb“. 4 Bewerbungsgespräch, durchstarten ✔ Beim Bewerbungsgespräch gemeinsam mit den Eltern hingehen. ✔ Und wenns im Betrieb nicht gut läuft, helfen Betriebsrat, Gewerkschaftsjugend (facebook.com/oegj.at ), Arbeiterkammer (wien.arbeiterkammer.at) . So finden Junge eine Lehrstelle SCHRITT FÜR SCHRITT Fotos v.o.n.u.: Lisi Specht / picturedesk.com/Stanislav Jenis / picturedesk.com/Anreas Pessenlehner die hier ein Jahr lang ihre Kompeten- zen verbessern können“, erklärt Mari- jana Spiegel, Klassenvorstand der Über- gangsstufe. Kerem Topalhalil hat diese Chance genutzt und startet heuer seine reguläre Elektronikausbildung: „Ich ha†e Schwächen in Mathematik und Englisch und habe sie in diesem einen Jahr ausge- bessert. Ohne die Übergangsstufe wäre ich wohl sitzengeblieben.“ Kein verlorenes Jahr Nicht alle SchülerInnen der Übergangs- stufe bleiben an der HTL. Aber, so Lehre- rin Spiegel: „Es ist kein verlorenes Jahr, da die Schüler ihre Kompetenzen verbes- sert haben.“ So wie Kerem, der sich in Englisch auf einen Zweier verbessert hat und sich auf den Abschluss in fünf Jah- ren freut: „Am Spannendesten wäre für mich, Handys und Fernseher zu bauen.“ 3 NeueChance zum Lernen Wenn alle Stricke reißen, hilft überbetriebliche Ausbildung. H ier macht alles Spaß. Ich habe mich selbst gefunden und gehe in meinem Beruf so richtig auf.“ eute strahlt Karin Burzynski, wenn sie über ihre Ausbildung, die Tischlerlehre bei Jugend am Werk, spricht. Dass die 19-Jährige hier ist, bezeichnet sie als ab- soluten Glücksfall. Ihre ursprüngliche Lehre im Einzelhandel musste sie vorzei- tig beenden. „Stress und Druck waren groß, alles musste sehr schnell gehen und wurde mir nur einmal erklärt“, erinnert sich Ka- rin. Im Rahmen der überbetrieblichen Berufsausbildung im Lehrbetrieb Tech- nologiezentrum im 21. Bezirk bekommt Karin Burzynski, was sie für eine gute Ausbildung benötigt: mehr Zeit, eine in- dividuelle Betreuung durch die Ausbild- nerInnen und ausreichende Förderung. Hintergrund: Gut ein Dri†el der Lehr- anfängerInnen in Betrieben verliert in- nerhalb eines Jahres den Lehrplatz, und insgesamt bieten die Betriebe zu wenige Lehrstellen an. Harald Bach, Kfz-Ausbild- ner bei Jugend am Werk: „In der Privat- wirtscha™ ist der Lehrling o™ auf sich al- leine gestellt.“ Nicht nur zusammenkehren Ausbildner Bach war über dreißig Jahre lang in einem Unternehmen verantwort- lich für die Lehrlingsausbildung. Er schätzt Jugend amWerk: „Hier stehen so- gar SozialpädagogInnen zur Verfügung, die bei Problemen sofort helfen können.“ Daniel Datler macht im März nächs- ten Jahres seinen Abschluss als Maschi- nenbautechniker. Zwei Jahre lang hat der 19-Jährige eine Schlosserlehre in einem Betrieb absolviert – mit immer größer werdenden Problemen. Das Arbeitstem- po wurde zu schnell, der Druck zu groß: „Ich dur™e auch meist nur zusammen- kehren und nicht wie hier mit den gro- ßen Maschinen arbeiten.“ Verloren die Lehre im Betrieb, können jetzt überbetrieblich fertig lernen: Karin Burzynski, Daniel Datler (von links) Foto: Christian Fischer

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