WUM 2/2020

Prozent Kurzarbeitsanträge ge- meldet (Stand 14. 4. 2020). Zählt man die Zahl der ar- beitslos gemeldeten Personen zu den von Kurzarbeit betrof- fenen Arbeitsplätzen Ende April, so sehen sich über 1,7 Millionen Menschen mit einer der wohl härtesten Auswirkungen des Lockdowns konfrontiert. Systemrelevante Arbeit ist mehr wert Die vielen Lieferant*innen, Pfleger*innen, Verkäufer*innen und Erntehelfer*innen sind nur ei- nige wenige jener Beschäftigten, die auch während der Corona- Krise „normal“ weiterarbeiteten, um die Versorgung zu sichern. In einer Zeit, in der ein Virus die Ge- sundheit und das Leben gefähr- den, arbeiten diese Menschen unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit für uns alle. Zu Recht werden sie als „Held*innen des Alltags“ bezeichnet und mit tag- täglichem Applaus gewürdigt. Die „neue Normalität“ un- terscheidet sich freilich von der alten: Plexiglasscheiben, Nase- Mund-Masken und Handschuhe gehören in dieser Zeit zur Grund- ausrüstung der Beschäftigten im Handel. Das von der GPA-djp initiierte „Corona-Schutzpaket“ für die Beschäftigten im Handel wurde rasch umgesetzt. Beinahe alle großen Super- marktketten haben an ihre Be- schäftigten Prämien ausbezahlt. Ein kleines Danke für deren Einsatz während des Ansturms in den Lebensmittelgeschäf- ten der ersten Tage. Die KV- Verhandlungen für den Handel beginnen im Herbst 2020 und auch dort sollte die Dankbarkeit finanziell spürbar sein. Wird sich die Dankbarkeit beim nächsten Gehaltszettel oder der nächsten Kollektiv-Vertragsverhandlung bemerkbar machen? Rückschritt durch Einschnitt Während der Corona- Krise sind viele der Arbeit­ nehmer*innen in diesemBereich weiter zur Arbeit gegangen. In der 24 Stunde Pflege mussten sogar Arbeitnehmer*innen aus dem Ausland eingeflogen wer- den, um den Kollaps des Sys- tems zu vermeiden. So verschie- denartig die Arbeitsbereiche im Gesundheits- und Sozialwesen sind, so verschieden sind auch die Beschäftigungssituationen während der Corona-Krise. Visier und Plexiglasscheiben sind naturgemäß nicht überall möglich. Die Versorgung mit Schutzausrüstung hat aber im Großen und Ganzen gut funk- tioniert, da in vielen Bereichen Hygiene auch vor Corona be- reits ein wichtiges Thema war. Eva Scherz, Chefverhandlerin der GPA-djp, ist zufrieden. CORONA HAT DEUTLICH GEZEIGT:DIE ARBEIT IM SOZIALBEREICH MUSS UNS MEHR WERT SEIN! EVA SCHERZ, GPA-DJP www.arbeiterkammer.at Wirtschaft & Umwelt 2/2020 Seite 23 Das von den Sozialpartnern verhandelte Kurzar- beitsmodell ermöglicht es den Unternehmen, die Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer*innen während der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehen- den, vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkei- ten, herabzusetzen. Die Arbeitnehmer*innen werden so vor der Arbeitslosigkeit gerettet. Das Budget für die Kurzarbeitsbeihilfe wurde von der Regierung, angesichts der hohen Zahl der Anträge, stetig erhöht. Am 1. Mai 2020 wurde es schließlich auf 8,8 Milliar- den Euro erweitert, da sich zu der Zeit 1,2 Millionen Menschen in Kurzarbeit befanden. Mitte April stieg die Zahl der eingebrachten Anträge vom 10. April auf den 17. April um das Doppelte; aber auch hier flacht sich die Kurve ab. Mit 4. Mai 2020 waren laut den Angaben des BMAFJ knapp über 104.000 Anträge in Bearbeitung. Davon wurden bereits über 91.460 genehmigt, wobei sich das Volumen der Kurzarbeits- beihilfe auf 8,8 Milliarden Euro beläuft. Die Anträge sichern rund 1,25 Millionen Arbeitsplätze. 1,25 MIO. ARBEITSPLÄTZE GERETTET KURZARBEIT BEWAHRT VOR ARBEITSLOSIGKEIT ª Der Glanz und Ruhm der Held*innen auf Zeit verblasst nur zu schnell.

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