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wien.arbeiterkammer.at

AK FÜR SIE 06/2018

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t dem Papierkram

Für ein und denselben Vorfall mussten in den „Häusern zum Leben“ früher zeitraubend mehrere Formulare handschriftlich ausgefüllt werden.

Rechts: Teamleiterin Michaela Wiedemann kann jetzt elektronisch auf alle notwendigen Informationen zugreifen

Anke Eidenberger und Jaqueline Strasser

bei eMagnetix: „Wir konnten tatsächlich sehr

viel Zeit einsparen“

Fotos: Christian Fischer

Foto: Erwin Schuh

Die Teamleiterin des stationären Be-

reichs, Michaela Wiedemann, erklärt an-

hand eines Beispiels die Vorteile der Tab-

lets: „Wenn ein Bewohner gestürzt ist,

mussten wir das früher an vielen Stellen

festhalten: Sturzbericht, Pflegebericht, Vital-

wertetabelle, Information an den Arzt et ce-

tera. Heute notieren wir den Vorfall einmal,

und alle, für die diese Info wichtig ist, haben

Einblick: von der Sozialarbeiterin über die

Pflegerin bis hin zur Ergotherapeutin. Auf-

wändige Info-Mails braucht es nicht mehr.“

Früher heimgehen

Der Bürokratie im eigenen Betrieb Herr

geworden ist auch die Firma eMagnetix.

Das Online-Marketing-Unternehmen aus

Bad Leonfelden in Oberösterreich konnte

so die Arbeitszeit für alle MitarbeiterInnen

seit 1. Juni auf 35 Wochenstunden verrin-

gern und wird sie ab 1. Oktober weiter auf

30 Stunden herabsetzen – und zwar bei

gleichbleibendem Gehalt! Der Betrieb

leistet damit Pionierarbeit, denn Arbeits-

zeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich

gilt vielen noch als Illusion.

Jacqueline Strasser arbeitet seit vier

Jahren als Projektmanangerin bei eMagne-

tix. Sie hatte anfangs Zweifel, wie sie zugibt:

„Als ich das erste Mal von den Plänen ge-

hört habe, hatte ich Zweifel, wie sich das

ausgehen soll. Die Arbeit wird ja schließlich

nicht weniger.“ Aber sie hat sich dann aktiv

in die Überlegungen eingebracht, und die

sechswöchige Testphase hat sie über-

zeugt: „Durch moderne elektronische

Werkzeuge, Zeitfenster für kom-

plett ungestörte Arbeit und eine

verbesserte Sitzungskultur kön-

nen wir tatsächlich sehr viel Zeit

einsparen.“ Was sie mit der neu-

en Zeit anfangen wird? „Auf je-

den Fall mehr Aktivitäten im

Freien, und außerberufliche Er-

ledigungen haben nun auch un-

ter der Woche Platz.“

Zeit sparen durch

Mitbestimmung

Bei eMagnetix wurden die Mit-

arbeiterInnen einbezogen und gebeten,

ihren eigenen Arbeitsbereich zu durchfors-

ten: Bei welchen Abläufen geht unnötig

viel Zeit verloren? Wie könnte man Aufga-

ben effizienter erledigen? Mit der Aussicht

auf einen kürzeren Arbeitstag haben sich

die Beschäftigten engagiert mit diesen

Fragen auseinandergesetzt. Die langjähri-

ge Mitarbeiterin Anke Eidenberger erzählt:

„Das Motto lautete: Nichts ist in Stein ge-

meißelt, nur weil es schon immer so war.“

n

MARIANNE LACKNER