

ARBEIT, WIRTSCHAFT
UND
GESELLSCHAFT
G
eld statt Strafe: Das fordern die
Wirtschaftsvertreter, damit die
Betriebe mehr Ältere beschäfti-
gen. Jetzt zeigt sich in Wien: Schon
derzeit bleibt jede Menge Geld liegen,
mit dem die Beschäftigung Älterer ge-
fördert werden soll.
Wenn Betriebe über 50-Jährige ein-
stellen, bekommen sie vom Arbeits-
marktservice drei Monate lang die kom-
pletten Lohn- und Lohnnebenkosten
bezahlt. Einzige Voraussetzung: Die
neue Arbeitskraft muss vorher mindes-
tens sechs Monate lang arbeitslos ge-
wesen sein. Das wird von den Wiener
Betrieben viel zu wenig genutzt.
AK Präsident Rudi Kaske: „Mit För-
derung und gutem Zureden allein kom-
men wir bei der Beschäftigung Älterer
nicht weiter.“
Die Arbeiterkammer fordert ein Bo-
nus-Malus-System für die Beschäfti-
gung Älterer. Betriebe, die unterdurch-
schnittlich viele Ältere beschäftigen,
sollen zahlen. Davon sollen jene Betrie-
be profitieren, die überdurchschnittlich
viele Ältere beschäftigen. So ist es im
Regierungsprogramm
vorgesehen.
Aber die Wirtschaft legt sich quer.
Jetzt soll wieder über ein Bonus-
Malus-System verhandelt werden, be-
schloss die Regierung Ende März. Da-
zu Kaske: „Werden die Beschäf-
tigungsquoten im Sinne des Regie-
rungsprogramms nicht umgesetzt, wer-
den weiterhin viele aus der Arbeitslo-
sigkeit in Pension gehen. Ziel muss
sein, dass mehr Ältere in den Betrieben
arbeiten können. Dazu müssen alle Be-
triebe etwas beitragen.“
■
P.M.
Ältere unerwünscht?
Trotz Förderung haben viele Firmen zu wenig ältere Arbeit-
nehmerInnen. Zeit für das Bonus-Malus-System.
klein
teile
www.kleinteile.atKleinpartei will die
AK schwächen
D
ie konservative Unternehmerpartei Neos
möchte der Arbeiterkammer die Hälfte des
Budgets wegnehmen. Im Nationalrat
beantragte sie unlängst, die AK Umlage zur
Finanzierung der Leistungen der Arbeiterkammer
bis 2020 auf die Hälfte zu senken. Ein halbiertes
Budget der Arbeiterkammer bedeutet nur noch
halb so viele Leistungen für die ArbeitnehmerIn-
nen. Das wäre ein Angriff auf die Rechte der
ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen.
F
ür ihre Leistungen braucht die Arbeiter-
kammer jeden Cent. Hier ein Überblick für
die AK Wien: Sie steht 880.000 Wiener
ArbeitnehmerInnen kompetent und zuverlässig
mit Rat und Tat zur Seite. Den 99 Millionen
Euro an Einnahmen stehen folgende Leistungen
gegenüber (Stand 2013):
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390.000 Mal bekommen AK Wien Mitglieder
jedes Jahr kostenlos arbeitsrechtliche,
steuerrechtliche, konsumentenschutzrechtliche
und sozialrechtliche Beratung.
■
133,5 Millionen Euro holt die Arbeiterkam-
mer für ihre Mitglieder bei der Vertretung
gegenüber Firmen und Behörden heraus.
■
Die AK nimmt jedes Jahr zu mehr als 400
Gesetzen und Verordnungen Stellung und
vertritt auch hier die Anliegen der Arbeitneh-
merInnen für eine gerechte Arbeitswelt.
D
ie AK hat durch eine steigende Zahl an
ArbeitnehmerInnen bedeutend mehr
Mitglieder zu betreuen. Von den 880.000
Mitgliedern in Wien bezahlen 220.000
Mitglieder keinen Beitrag – Arbeitslose,
Beschäftigte in Karenz, Lehrlinge und geringfü-
gig Beschäftigte, die ohnehin sehr wenig
verdienen. Ihnen stehen selbstverständlich alle
AK Leistungen uneingeschränkt zur Verfügung.
Nicht zuletzt deshalb schätzen die Österreiche-
rInnen die Leistungen der AK. Bei einer
aktuellen Umfrage im Auftrag der Nationalbank
gaben 73 Prozent der Befragten an, sie hätten
großes oder sehr großes Vertrauen in die AK.
Noch Fragen?
wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 04/2015
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