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wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 04/2017
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Der Vibrator wird per Smartphone-App
gesteuert, hat über diese die Nutzerdaten
abgegriffen und auf die Server der Firma
geladen. Die App schickte auch intime Da-
ten an das Unternehmen weiter – darunter
die eingestellte Intensität des Geräts und
damit, wie oft es im Einsatz war.
Dass die Plattformbetreiber insgesamt
stärker in die Pflicht genommen werden
sollten, fordert AK Konsumentenschütze-
rin Daniela Zimmer. Aus Verbrauchersicht
wäre es wichtig, dass Apps vorsorglich
daraufhin überprüft würden, ob sie Medi-
zinprodukte sind.
Eine Verhaltensänderung ihrer Mitar-
beiterInnen erhoffen sich viele Unterneh-
men durch Gamification, also den Einsatz
spielerischer Elemente wie Highscores im
Arbeitsumfeld. „Wird der Spieltrieb des
Menschen angesprochen, dann tritt das
kritische Denken in den Hintergrund.
Wenn das gewünscht wird, kann man
durchaus von Manipulation sprechen“,
meint Jaro Krieger-Lamina vom Institut für
Technikfolgen-Abschätzung.
Besser anonym
Die Digitalagentur ovos in Wien entwickelt
seit 2004 Gamification-Konzepte. Zum
Beispiel, wie das Lösen von Aufgaben in
einer Art Computerspiel trainiert werden
kann. „Die Teilnahme sollte immer freiwillig
sein“, so Managing-Part Hannes Amon.
Die spielerischen Elemente dürften auch
nicht die Privatsphäre verletzen.
Obwohl sowohl Sport-Apps als auch
Gamification zu mehr Motivation und positi-
ven Effekten führen können, rät Technikfol-
gen-Experte Krieger-Lamina dazu, immer kri-
tisch zu sein, denn: „Nicht jeder gute Zweck
heiligt jedes Mittel.“
■
MARKUS MITTERMÜLLER
Foto: Christian Fischer
Per Virtual-Reality-Brille in einer künstlichen
Welt, die der Computer schafft: spielerisches
Training für das Lösen von Arbeitsaufgaben
Was passiert mit den Daten,
die Facebook von uns sam-
melt?
Facebook nutzt die Daten, um den
Inhalt der Meldungen an den
jeweiligen User anzupassen –
Stichwort Filter Bubble. Spannend
wird aber erst, was Facebook in
Zukunft mit den Datenmengen
anstellen wird.
Was könnte prinzipiell gemacht
werden – ohne, dass wir das
Facebook unterstellen?
Wenn ich aufgrund gesammelter
Daten weiß, dass jemand ein
Produkt dringend benötigt, verlange
ich 30 Euro mehr. In Österreich ist
das noch überschaubar, weil vieles
gesetzlich geregelt ist.
Konzerne werden noch mehr
Daten absaugen als bisher?
Speichern und Datensammeln ist
einfach sehr billig. Daher muss
man nicht lange überlegen, ob
man etwas speichern soll oder
nicht. Auch wenn man die Daten
jetzt noch nicht
perfekt ver-
arbeiten kann,
weiß man:
Sie werden
einmal höchst
relevant.
■
M.M.
„Dann verlange ich 30 Euro mehr“
Facebook-Kritiker Max Schrems im Interview über das Datensammeln.
Max Schrems auch unter
wienerstadtgespraech.atSchauen Sie nach!
Warnt vor Datensammlern:
Facebook-Kritiker Max Schrems