

Noch Fragen?
wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 04/2017
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men. „Dafür gibt es einige wenige Muster-
beispiele.“
Die HTL Wien 10 hat eine Übergangs-
stufe eingeführt. SchülerInnen können
dort Defizite in den Hauptgegenständen
aufholen und dann im nächsten Jahr wie-
der in der ersten Klasse anfangen. Die bei-
den Freunde Luca und Marc René sind
gerade in der Übergangsstufe. Luca: „Wä-
re ich nicht in der Übergangsstufe gelan-
det, hätte ich wahrscheinlich abgebro-
chen.“ Marc René: „Ich wäre sicher
sitzengeblieben und hätte dann von Neu-
em beginnen müssen, ohne große Vorbe-
reitung wie jetzt.“
Betriebe müssen umdenken
Da sich das Schuljahr in die Schlussphase
begibt, sind auch die Poly-Schüler im Be-
werbungsstress. Einer von ihnen ist Denis.
Der 14-Jährige ist handwerklich begabt:
„Mein Lehrer in Elektrotechnik ist sehr be-
geistert von meinen Fähigkeiten.“ Aber er
hat nicht so gute Noten in den Lernfä-
chern, etwa in Mathematik.
„Ich mache mir große Sorgen um die
Zukunft meines Kindes“, sagt seine Mutter
Danijela: „Bei der Lehrstellenvergabe
schauen die meisten Unternehmen haupt-
sächlich auf die Noten.“ Zeit, dass in den
Betrieben umgedacht wird: Lehre kommt
von Lehren.
■
SINIŠA PUKTALOVI
Philipp hat die HTL
abgebrochen, Jessica
sucht fast schon
ein Jahr lang eine
Lehrstelle. Im Projekt
Jugendwerkstatt wird
ihnen geholfen, trotz
Lehrplatzmangel
etwas zu finden
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Poly-Schüler Denis
mit Mutter Danijela
Babic: Der Bursch
ist handwerklich
geschickt, aber „die
meisten Unterneh-
men schauen haupt-
sächlich auf die
Noten“, macht sich
die Mutter Sorgen
um einen Lehrplatz
Ein Kunstwerk
mit den Jungen
Am Karlsplatz steht neuerdings eine
Skulptur, die Bau-Lehrlinge
entwickelt haben.
D
as ist wieder typisch Lehrling: In der
Bau-Berufsschule machten sie sofort mit,
als ihnen die Kunsthalle Wien vorschlug,
gemeinsam mit dem Künstler Karsten Födinger
eine Skulptur zu entwickeln, die ihre Interessen
und Gefühle ausdrückt (in Kooperation mit der
Arbeiterkammer und der Schule). Jetzt ist die
Skulptur fertig. Sie ist ein Gästehaus aus Beton
und heißt „Gäste / Gosti / Misafirler“.
Beton mit Gefühl
Mitgearbeitet hat zum Beispiel Maurer- und
Schallungsbaulehrling Linda Limbeck. Sie fin-
det es „leiwand, anzupacken und dreckig zu
werden“. Dabei war auch Maurerlehrling Tugay
Yilmaz. Ihm macht „Betonmischen viel Spaß“. Die
Skulptur zeigt Gefühle der Jugendlichen. Und, so
Tugay: „Da wir aus unterschiedlichen Ländern
kommen und uns alle gut verstehen, habe ich
vorgeschlagen, dass wir auch Fahnen machen
sollten.“ Schauen Sie sich das an! Die Skulptur
steht vor der Kunsthalle Wien, Karlsplatz, 1040,
Rosa-Mayreder-Park (Treitlstraße 2). Und übri-
gens: Wenn Sie tolle Lehrlinge kennen, die einen
Preis verdient haben, melden Sie sie für die
„Typisch Lehrling“-Aktion von AK und Gewerk-
schaftsjugend unter
www.typischlehrling.atan.
„Gäste / Gosti / Misafirler“ am Karlsplatz.
Mitgegossen haben Tugay und Linda
Ausbildungspflicht –
die Info-Messe
für Eltern, Jugendliche, Interessierte
Mo, 15.5., 15:00–20:00 Uhr
AK Wien Bildungszentrum,
1040, Theresianumgasse 16–18
www.ausbildungbis18.wien