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AK FÜR SIE 05/2018

Wissen

Wie gut ist

unsere Luft?

Diesel-Autos, Schadstoffe, Fahreinschränkun-

gen: Wie der Verkehr die Luftqualität beeinflusst

und wie das gemessen wird.

?

Was sind die Luftschadstoffe,

und wie schädlich sind sie?

Bei Feinstaub (PM

10

und PM

2,5

)

handelt es sich um ein Gemisch aus

festen und flüssigen Teilen, die über ihre

Masse und ihre Größe definiert werden.

Feinstaub ist mit bloßem Auge nicht sicht-

bar. Wer viel Feinstaub ausgesetzt ist, hat

ein höheres Risiko für Beeinträchtigungen

der Atemwege und des Herz-Kreislauf-

Systems. Für Österreich wird bei der der-

zeitigen Feinstaubbelastung der Luft mit

einer Reduktion der Lebenserwartung von

mehreren Monaten gerechnet. Auch Stick-

stoffdioxid (NO

2

) kann bei hohen Konzent-

rationen, an verkehrsnahen Standorten, die

Lungenfunktion beeinträchtigen. Es ist ein

Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankun-

gen. Die europäische Umweltagentur geht

für Österreich von 1.100 bis 3.630 vorzei-

tigen Todesfällen pro Jahr durch Stick-

stoffdioxid-Belastung aus.

?

Warum geht es in der De-

batte nur um Diesel-Autos?

Weil bei Diesel-Fahrzeugen die

Rohemissionen bei Feinstaub

und Stickoxiden hoch sind. Bei Benzin-

Fahrzeugen werden seit den 1980er

Jahren Katalysatoren eingesetzt, um

den Ausstoß von Schadstoffen erfolg-

reich zu verringern. Auch beim Diesel

kommen seit etwa 15 Jahren Partikel-

filter und Stickstoff-Katalysatoren zum

Einsatz. Allerdings ist genau hier sei-

tens der Hersteller gespart und mög-

licherweise manipuliert worden, so

dass auch relativ neue Diesel-Fahr-

zeuge der Klasse Euro 5 zwischen

den Jahren 2010 und 2015 im Real-

betrieb hohe Stickoxid-Emissionen

aufweisen. Bei Diesel-Fahrzeugen

der allerneuesten Klasse Euro 6 ist

das deutlich besser.

?

Wer sagt, wie viel Fein-

staub oder Stickoxid er-

laubt ist?

Die europäischen Grenz-

werte für Luftschadstoffe in der Au-

ßenluft basieren auf Vorschlägen

der Weltgesundheitsorganisation

WHO. Der Grenzwert-Vorschlag

kommt auf EU-Ebene von der EU-

Kommission. Dem müssen das

EU-Parlament und der Umwelt-

rat, in dem die Umweltminister

aller Mitgliedsstaaten vertreten

sind, mehrheitlich zustimmen.

Feinstaub ist mit dem bloßen Auge nicht

erkennbar. Hier eine Abbildung aus einem

Elektronenmikroskop

Abbildung: Umweltbundesamt:C.Trimbacher/C.Nagl