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wien.arbeiterkammer.at

AK FÜR SIE 04/2015

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HAK-Schüler Manuel Lattenmayer braucht

von seinen Eltern viele teure Sachen für die

Schule – allein der neue Laptop kostete

500 Euro

Familie Gruber breitet das Schulzeug ihrer

Taferlklasslerin Selina aus. „Wir haben eine

Liste bekommen, was wir kaufen müssen –

sogar 500 Blatt Kopierpapier waren dabei“,

erinnert sich Mutter Pia Gruber

mayer überzeugt. Da ihr Sohn eine Lap-

topklasse besucht, musste auch ein neuer

Laptop um über 500 Euro her. „Das ist

schon der zweite, die halten ja nicht lang“,

ärgert sich Vater Reinhart Lattenmayer.

Schulbeihilfe hat die Familie – der Vater

arbeitet Vollzeit, die Mutter Teilzeit – nie

bekommen: „Wir waren immer um die hun-

dert Euro über der Grenze“, sagt die Mut-

ter.

Ein großer Brocken für die Familie war

auch die jahrelange private Nachhilfe. Frau

Lattenmayer schätzt, dass sie letztes Jahr

um die 800 Euro dafür ausgegeben hat.

Ohne Geld keine Schule

Für Frau Lattenmayer ist die private Nach-

hilfe ein notwendiges Opfer. „Dann heißt

es eben sparen, damit unser Sohn es zu

etwas bringt“, sagt sie. Manuel weiß das zu

schätzen: „Ich habe Glück, dass mich mei-

ne Eltern unterstützen. Die, die sich keine

Nachhilfe leisten können, verlassen eben

die Schule.“ Nach der HAK will Manuel im

Büro arbeiten und eventuell berufsbeglei-

tend studieren.

Eltern entlasten

Das AK Nachhilfebarometer 2014 ergab,

dass Familien 109 Millionen Euro für private

Nachhilfe ausgeben. Wer sich das alles

nicht leisten kann, zieht den Kürzeren: „Die

Verlierer der hohen Schulkosten sind vor-

rangig Eltern mit geringem Einkommen und

Alleinerzieherinnen“, sagt AK Bildungsex-

pertin Ulrike Gollonitsch-Gehmacher.

Die AK fordert, dass Förderung direkt

in der Schule stattfindet. Die AK will eine

Entlastung der Eltern durch Schulbeihilfe

bereits ab der neunten Schulstufe und

jährliche Anpassung an die Inflation. Eben-

so müssten die Einkommensgrenzen für

die Schulbeihilfe erhöht werden.

Mehr Unterstützung würde sich auch

Familie Gruber wünschen. Die jüngste

Tochter geht noch in den Kindergarten –

doch auch für sie fallen bald hohe Schul-

kosten an. Das Fazit der Eltern Gruber:

„Wir müssen mehr aufs Geld schauen als

früher.“

n

JELENA GUCANIN

So wird’s billiger

Tipps von Preisvergleichen bis

zu Zuschüssen über den Elternverein.

n

Auf Preise achten,

Preise vergleichen

und kostengünstig (Angebote!) einkaufen.

n

Auf gute Qualität achten

und nur das

Notwendigste anschaffen. „Teilweise erfüllen

gebrauchte Dinge auch ihre Zwecke billiger“,

sagt AK Bildungsexpertin Ulrike Gollonitsch-

Gehmacher.

n

Über den Elternverein

können Zuschüs-

se für Schulveranstaltungen beantragt werden.

n

Schulbeihilfe beantragen:

Schülerin-

nen und Schüler ab der zehnten Schulstufe,

wenn sie „sozial bedürftig“ sind.