

ARBEIT, WIRTSCHAFT
UND
GESELLSCHAFT
F
orderungen an die Schülerinnen
und Schüler, aber keine Förde-
rung, damit alle die Bildungsziele
erreichen können.“ So kommentiert AK
Präsident Rudi Kaske das Bildungspa-
pier, auf das sich die Verhandler für ei-
ne neue Regierung geeinigt haben.
SchülerInnen sollen in Zukunft nicht
einfach neun Jahre in der Schule sitzen,
sondern auch bestimmte Bildungsziele
erreichen. Das hält Kaske für „grund-
sätzlich sinnvoll. Mir fehlt aber, dass
auch die Schulen verpflichtet werden,
Kinder so zu fördern, dass sie die Bil-
dungsziele erreichen können“.
Positiv ist für Kaske, dass die Ver-
handler weiterhin mehr ganztägige
Schulen versprechen. Er verlangt,
„dass der Ausbau von echten Ganz-
tagsschulen weiter gefördert wird, in
denen Unterricht, Üben, Freizeit und
Sport über den ganzen Tag verteilt
sind. So werden Kinder am besten ge-
fördert.“
Die Verhandler einigten sich auch
auf ein zweites Gratis-Kindergartenjahr
für Kinder mit Sprachproblemen. Kas-
ke fordert dieses Gratis-Jahr für alle
Kinder: „Ich will beste Startbedingun-
gen für jedes Kind durch frühe Förde-
rung im Kindergarten ums Eck.“
Ein Grundproblem unserer Schule
ist, dass die Kinder bereits mit zehn
Jahren auf die Neue Mittelschule und
das Gymnasium aufgeteilt werden. Da-
ran wollen die Verhandler nichts än-
dern – obwohl frühe Trennung bewirkt,
dass sich nicht alle Talente entfalten
können. Kaske: „Ziel muss die Förde-
rung aller Talente sein.“
■
P.M.
Lernchancen für alle!
Die Verhandler für eine neue Regierung haben ein Bil-
dungspapier vorgelegt. Die AK verlangt Nachbesserungen.
klein
teile
www.kleinteile.atTeure Bankgebühren
Die Bankgebühren in Österreich sind „zu hoch“,
sagen 29 Prozent der Befragten laut einer Um-
frage im Auftrag der Bank Ing.diba, Weitere 21
Prozent fanden die Bankgebühren „hoch“, 20
Prozent hielten sie für fair.
Die AK meint: Für
die BankkundInnen ist es bei der Vielzahl
an verschiedenen Bankgebühren immer
schwerer zu durchschauen, was sie ein
Konto wirklich kostet.
Einen Überblick über die Bankgebühren
bietet der AK Bankenrechner unter
www.bankenrechner.atWeniger Wahl im Regal
Im europäischen Lebensmittelhandel schließen
sich immer mehr Handelsketten zusammen.
Die Folge: Der Lebensmittelhandel wird von
wenigen großen Handelskonzernen bestimmt.
Das bedeutet für die KundInnen weniger Wahl
im Regal, so eine Studie der Umweltstiftung
„Friends of the Earth“.
Die AK meint: Gerade
in Österreich gibt es eine hohe Konzentra-
tion im Lebensmitteleinzelhandel. Weniger
Konkurrenz treibt die Preise hoch. Das
spüren alle KonsumentInnen beim Einkauf.
Airbnb kostet Wohnraum
Rund 2.000 Wohnungen gehen dem klassischen
Wohnungsmarkt durch Online-Ferienwohnungs-
plattformen wie Airbnb in Wien verloren, so
eine Studie der Technischen Universität Wien.
Die AK meint: Das Problem sind nicht
kleine VermieterInnen, die ihre Wohnung
in Einzelfällen zur Verfügung stellen, son-
dern kommerzielle Anbieter, die in großem
Stil Wohnungen im Internet anbieten. Die
AK drängt darauf, dass Plattformen wie
Airbnb klare Regeln bekommen und auch
ihre Vermittlungsgewinne dort versteu-
ern, wo sie gemacht werden, nämlich in
Österreich.
Noch Fragen?
wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 12/2017 – 01/2018
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