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AK FÜR SIE 11/2014
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Ab Dezember wird zudem kurzgearbei-
tet. Die Phase bis zur nächsten großen Pro-
duktionsphase 2016 muss durchgetaucht
werden. „Natürlich hat niemand eine Freu-
de damit“, so Walczyk. „Zusätzlich soll das
Rotationsprinzip Arbeitsplätze retten. Dabei
werden auslaufende Leiharbeitsstellen
durch Stammpersonal ersetzt.
„Jetzt alles für mehr Arbeit tun“
AK Präsident Rudi Kaske: Warum steigende Arbeitslosigkeit kein Schicksal ist.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
Entweder wir schauen zu, wie
Monat für Monat die Arbeitslosigkeit höher ist als ein Jahr davor.
Oder wir tun etwas. Für mich ist klar: Es ist längst Zeit, etwas
gegen die steigende Arbeitslosigkeit zu tun.
Was wir jetzt erleben,
ist eine Folge des Sparzwangs in der
EU: Es gibt zu wenig öffentliche Investitionen in dringend nötige
Maßnahmen – vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs über
soziale Leistungen bis hin zu leistbaren Wohnungen. Ich
verlange: Wenn die EU Grenzen für die staatlichen Defizite
vorschreibt, dann müssen dabei wichtige Investitionen für die
Menschen ausgenommen sein.
Überhaupt brauchen die Menschen mehr Geld zum
Ausgeben:
Ich dränge auf eine Entlastung der Arbeitneh-
merInnen bei der Lohnsteuer. Das kurbelt auch die
Wirtschaft an.
Und auch die Unternehmen
müssen Verant-
wortung übernehmen. Überfällig ist ein Bonus-Ma-
lus-System, das die Beschäftigung Älterer fördert.
Außerdem müssen die Firmen investieren statt ihre
Gewinne lediglich an die Eigentümer auszuschüt-
ten. Und wir brauchen auch verstärkt aktive Maß-
nahmen zur Unterstützung von Arbeitssuchenden.
Flaute beim Fahrzeug-
hersteller MAN: Betriebsrat
Michael Walczyk (Mi)
kämpft um Sozialpläne –
und hofft, dass Kollegen
nach der Flaute wieder
zurückkommen können
Oben: Nikola Peric musste mit 52 für seine neue Arbeit
als Lieferant Abstriche machen – er verdient jetzt brutto,
was er vorher netto bekam
Unten: Leiharbeiterin Irina Aichinger lernt in der Stehzeit
Weiterlernen in der Stehzeit
Und was sollen LeiharbeiterInnen tun,
wenn sie zur Leihfirma zurückgeschickt
werden? Der Personaldienstleister TTI in
Steyr zeigt vor, wie es geht. Derzeit läuft
ein Projekt im Berufsförderungsinstitut
Steyr, bei dem LeiharbeiterInnen weiterge-
bildet werden.
Eine davon ist Irina Aichinger. Die
34-Jährige arbeitete vier Jahre lang am
Fließband bei BMW – bis die körperliche
Belastung wegen der monotonen Arbeit
zu groß wurde. Derzeit macht sie die Aus-
bildung zur Metalltechnikerin. Ihre größte
Hoffnung: „Fix in einer Firma zu
arbeiten.“
JELENA GUCANIN
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