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AK FÜR SIE 11/2014
K
onzernmacht zurückdrängen! Mensch
und Umwelt vor Profit!“ Unter diesem
Motto haben Gewerkschaften und
zivilgesellschaftliche Organisationen am
11. Oktober zu einem europaweiten Akti-
onstag aufgerufen, um die laufenden Ver-
handlungen über die Freihandelsverträge
der EU mit den USA (TTIP) und Kanada
(CETA) zu stoppen.
Ausschluss der Öffentlichkeit
An mehr als 1.000 Orten in ganz Europa
gingen Hunderttausende auf die Straße,
um sich für eine faire und soziale Handels-
politik einzusetzen. Auch in Österreich
machten ÖGB und andere Organisationen
mobil: Tausende sind in Wien, Linz, Graz,
Salzburg und Klagenfurt mitmarschiert.
„Ein Abkommen, das nur Profite inter-
nationaler Konzerne auf Kosten unserer
Sozialstandards und Umweltvorschriften
fördert, lehne ich strikt ab“, so AK Präsi-
dent Rudi Kaske. Kritik übt er auch an den
Verhandlungen selbst. Diese wurden unter
Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.
Kaske verlangt, dass alle Verhandlungs-
dokumente zu den Freihandelsabkommen
offengelegt werden. Außerdem fordert die
AK die Bundesregierung auf, die Abkom-
men in dieser Form zu verhindern.
■
S.G.
Infos zu den Freihandelsabkommen und den AK
Forderungen auf
wien.arbeiterkammer.at/eu
Aktion gegen TTIP-Deal
In ganz Europa gingen Menschen auf die Straße, um gegen
das EU-USA-Handelsabkommen TTIP zu protestieren.
Foto: picturedesk.com / WirtschaftsBlatt / Peroutka
Proteste in Wien gegen TTIP: Tausende sind
am Aktionstag auf die Straße gegangen
Foto: picturedesk.com / Christoph Liebentritt
Industriepolitik
Klimaschutz braucht
Energieeffizienz
Die AK kritisiert den Klimaschutz-Beschluss
der EU im Oktober. Das Ziel, den Ausstoß
von Treibhausgasen bis 2030 um 40 Prozent
ohne Wenn und Aber zu verringern, ist zu
starr. Unzureichend
sind hingegen die
Ziele für erneuerbare
Energien und Ener-
gieeffizienz. Die AK
hatte die österreichi-
sche Regierung auf-
gefordert, sich dafür
einzusetzen, dass
die Verbesserung
der Energieeffizienz
verpflichtend werden
soll – Fehlanzeige. An-
dererseits sollte das Ergebnis der Weltklima-
konferenz 2015 berücksichtigt werden. Denn
wenn nicht auch andere Industriestaaten
Verantwortung übernehmen, droht „Umwelt-
dumping“ – das heißt, Unternehmen könnten
in Länder mit weniger strengen Auflagen
abwandern.
Foto: Erwin Schuh
Hypo-Milliarden
Studierende bauen
Miniatur-Stadt
Keiner weiß, wie viel die Kärntner
Hypo Alpe Adria die SteuerzahlerIn-
nen kosten wird. Zwischen 4 und
19 Milliarden könnten es werden. 30
Studierende der TU Wien hatten bis
Ende Oktober auf dem Karlsplatz als
Miniatur aufgebaut, was man mit 19
Milliarden Euro alles machen könnte:
die Milliardenstadt „Hypotopia“ mit
Wohnungen, Energieversorgung und
Schulen für 100.000 Menschen – da-
mit man sich vorstellen kann, was so
eine Bankenrettung uns alle kostet.
Von links drei der 30 MacherInnen:
Catherine Schmit (Planung), Stefan
Pillwein (Energie) und Stefan Weiner
(Modellbau).
unter
Öl-Raffinerie Schwechat:
Industrie braucht viel
Energie