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AK FÜR SIE 04/2015

„BBB – Messe für Beruf Baby Bildung“ im

AK Bildungszentrum (siehe Info-Kasten).

Hier gibt es einen Überblick über die viel-

fältigen Bildungs- und Beratungsangebote

für Eltern in Wien. Hunderte BesucherIn-

nen nutzen jedes Jahr das Angebot der

BBB.

Auch bei anderen Stellen ist das Inter-

esse der Eltern an Weiterbildung und Be-

ratung in oder anschließend an die Baby-

pause groß. 258 Personen nahmen etwa

im Vorjahr am WiedereinsteigerInnenpro-

gramm des Wiener ArbeitnehmerInnen

Förderungsfonds waff teil. Besonders

hoch ist der Bedarf natürlich dann, wenn

eine Rückkehr in den Beruf nicht mehr

möglich scheint. Oder wenn Eltern schon

vor der Babypause arbeitslos waren. So

verzeichnete das Arbeitsmarktservice in

Wien im Vorjahr 3.049 TeilnehmerInnen für

den Kurs „Wiedereinstieg mit Zukunft“.

Eigentlich ein anderer Beruf

Für Malgorzata Lesniak und Joanna Asi ist

der Englisch-Kurs beim bfi ebenso wie für

Lucia Simsek der Startschuss für eine län-

gerfristige Weiterbildung. Mit ihrer 22 Mo-

nate alten Tochter Amelia geht Malgorzata

Lesniak jetzt jeden Montag und Mittwoch

zum bfi-Kursort im vierten Bezirk. Danach

geht es zum Besuch bei den Großeltern,

aber erst mal stärkt sich Amelia noch. In-

des erzählt ihre Mutter: „Eigentlich bin ich

Zahnarztassistentin. Aber um in dem Beruf

zu arbeiten, den ich gelernt habe, brauche

ich eine Nostrifikation, sodass meine Aus-

bildung auch in Österreich anerkannt

wird.“

Vor der Geburt arbeitete Lesniak wie

ihre Sitznachbarin Joanna Asi in einem Ho-

tel. Auch Asi hat eigentlich etwas anderes

gelernt. Sie hatte eine Ausbildung im Pfle-

gebereich begonnen. Aber die Kranken-

pflegeschule verließ sie ohne Abschluss.

Den will sie nun nachholen: „Der Englisch-

kurs ist zur Vorbereitung. Eine Arbeit im

sozialen Bereich, wie alte Leute zu betreu-

en, interessiert mich noch immer sehr.“

Malgorzata Lesniak und ihr Töchterlein Amelia nach dem Englisch-Kurs: vor dem Besuch der

Oma eine kleine Stärkung

Bei Christian und Martin Steinreiber liegt

der berufliche Neustart mit Kind schon ei-

nige Zeit zurück. Beide haben umgesattelt,

als sie ihre Pflegekinder Emil (5 Jahre) und

Lukas (4 Jahre) bekamen. „Ich war davor

bei einer internationalen Firma im Projekt-

management tätig und habe dort sehr gut

verdient“, erzählt Christian Steinreiber. Als

Emil im Alter von acht Monaten zu seinen

Pflegeeltern kam, vereinbarte Christian

Steinreiber mit der Firma eine Unterbre-

chung von einem halben Jahr und danach

eine Elternteilzeit von vorerst 10 Wochen-

stunden. „Einen Anspruch auf Karenz gibt

es ja für Pflegeeltern nicht. Aber die AK

Rechtsberater haben mir gesagt, dass

meine Vereinbarung zur Elternteilzeit auch

dann gilt, wenn man keinen Rechtsan-

spruch darauf hat und sie nur individuell

mit der Firma abgeschlossen hat“, erzählt

der Vater.

Dienstreisen wären nicht vereinbar

Als Emils Bruder Lukas vier Tage nach sei-

ner Geburt ebenfalls zu „Papa und Papi“ in

Pflege kam, war für Christian Steinreiber

klar: „Kinder sind mit meinem Beruf nicht

Fotos: Thomas Lehmann

Lucia Simsek ist froh, dass ihr kleiner Kamil

während des Kurses gut von den Kinder-

freunden betreut wird