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AK FÜR SIE 06/2018
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Haushaltsversicherung
Achtung, viele
haarige Details
Bei den Prämien, Leistungen und Versiche-
rungssummen weisen Haushaltsversicherungen
große Unterschiede auf. Die Arbeiterkammer
hat 15 Versicherungen analysiert. Bei der Prä-
mie kann gespart werden. Aber die Tarife sind
schwer zu bewerten: Es sind viele Leistungs-
details, Ausschlüsse und Finessen zu den Ver-
sicherungssummen zu beachten. Neuere Tarife
schließen bei einem durch grobe Fahrlässigkeit
herbeigeführten Schaden eine Deckung sogar
bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme
ein. Arbeiterkammer Experte Christian Prant-
ner rät: „Überlegen Sie sich genau, welches
Versicherungspaket Sie bei einer Haushalts-
versicherung brauchen. Es hängt von Ihrer
persönlichen Situation ab, ob ein Basispaket
genügt und welche Extraleistungen sinnvoll
sind.“
Handytarife
Reden und surfen
billiger als 2017!
Heuer gibt es mehr Handy-Anbieter und
-Tarife als noch im Vorjahr. KonsumentInnen
können ihr Geldbörsel schonen: Wer mit dem
günstigsten Tarif telefoniert und surft, kann
sich bis zu 46 Prozent sparen. Wer intensiv
telefoniert und surft, hat einen Preisvorteil
von rund 31 Prozent. Wer fast nur telefo-
niert, hat eher dürftige Ersparnisse. Einige
Verteuerungen gab es bei den Servicepau-
schalen und durch kürzere Aufladezyklen bei
Wertkartenhandys. Aufgefallen: Die Anbieter
schließen Roaming immer öfter aus. Die Ar-
beiterkammer hat Handypreise bei 22 Anbie-
tern verglichen.
Telefonieren und surfen mit dem günstigs-
ten Handytarif bringt Bares
S
ie sind die zukünftigen BuchhalterIn-
nen, LohnverrechnerInnen und Be-
triebswirtInnen: SchülerInnen der
Handelsschulen und der Handelsakademi-
en. Aber wenn sie ihr neuerdings vorge-
schriebenes Pflichtpraktikum in den Ferien
machen, wird fast die Hälfte von ihnen nicht
facheinschlägig eingesetzt – also etwa zum
kopieren oder zum Austragen von Post.
Das ergaben jetzt Befragungen für die AK.
Ein Viertel der PraktikantInnen aus den
Handelsschulen bekam kein Gehalt, im
Schnitt der Handelsschulen und der Han-
delsakademien arbeiteten zehn Prozent
gratis. Weitere elf Prozent bekamen nur Ta-
schengeld; wobei sich die Schulen durch-
aus bemühen, das Praktikum sinnvoll in den
Lehrplan einzubinden. Abbrüche des Prak-
tikums kommen so gut wie nicht vor.
Arbeitsrecht einhalten
AK Direktor Christoph Klein appelliert an
die Unternehmen: „Behandelt die Jugendli-
chen ordentlich, wenn ihr die Fachkräfte
von morgen wollt.“ Viele würden glauben,
Praktika seien Volontariate, während derer
SchülerInnen nur „schnuppern“. Aber, so
Klein: „Sobald Arbeitszeiten und Tätigkei-
ten vorgeschrieben werden, ist es ein Ar-
beitsverhältnis und kein Volontariat.“ In der
Regel sind Praktika Arbeitsverhältnisse, da
Arbeitsleistung erbracht wird und nicht die
Ausbildung im Vordergrund steht.
So sieht das auch Susanne Hofer, Vor-
sitzende der Gewerkschaftsjugend und
Jugendvorsitzende der Gewerkschaft der
Privatangestellten – Druck-Journalismus-
Papier (GPA-djp). Sie fordert mit Klein,
dass die Bezahlung der PraktikantInnen in
den Kollektivverträgen geregelt wird.
Gute Kollektivverträge
Beispiele für die Bezahlung der Praktikan-
tInnen nach Kollektivvertrag: Handel (min-
destens 590 Euro brutto im Monat), chemi-
sche Industrie (mindestens 810 Euro) und
IT-Branche (mindestens 903 Euro).
■
P.M.
Immer nur kopieren ...?
Wer ein Pflichtpraktikum machen muss, lernt oft auch die
Schattenseite der Arbeitswelt kennen, zeigt eine neue Studie.
Ich weiß, dass ich im Sommer kopiert habe: Viele PflichtpraktikantInnen sind unzufrieden
Praktikum: Das gilt
PflichtpraktikantInnen
haben Rechte.
Darauf sollten sie schauen:
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Vor Antritt:
Ist das Praktikum ein
Arbeitsverhältnis samt Kranken-, Pensions-
und Arbeitslosenversicherung? Das muss es
sein, wenn Arbeitszeiten vorgeschrieben
sind und Arbeitsleistungen verlangt werden.
■
Im Arbeitsvertrag muss stehen:
genaue Tätigkeit, Beginn und Ende des
Praktikums, Arbeitszeit, Entlohnung,
geltender Kollektivvertrag, Beginn und Ende
der täglichen Arbeitszeit, freie Tage.
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Überstunden
für unter 18-Jährige
sind verboten!
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Anmeldung bei der Krankenkasse:
Die Firma muss eine Kopie aushändigen.
Tipps und Beratung unter
wien.
arbeiterkammer.atund (bei der
GPA-djp) unter
www.watchlist-praktikum.at