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wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 06/2017
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ren Schulleiterin – ihr Wunsch war eine
Schule ohne Hausübungen, und dieses
Ziel wurde mit der verschränkten Ganz-
tagsschule erreicht.
Und nicht nur das – die Schule bietet
ein bunt gemischtes Freizeitprogramm
von unterschiedlichen Sportarten über
Sprachkurse, computergestützten Unter-
richt bis zu einem Schulgarten an. Wobei
das Beste für Chawa aus der 4A ist, „dass
man hier den ganzen Tag mit seinen Freun-
den verbringen kann“.
Nach der Schule frei
Vormittags findet in der Ganztags-
schule der gewöhnliche Schulunter-
richt statt, erklärt die 14-jährige Schul-
sprecherin Hajer. Anschließend ist die
Mittagspause, und am Nachmittag
werden verschränkt Lernzeiten und Freizeit-
einheiten angeboten.
Im besten Fall müssen die Kinder nur
am Wochenende mit ihren Eltern für anste-
hende Prüfungen und Tests lernen. Hajer:
„Unsere Hausaufgaben sind, für Tests oder
Schularbeiten zu lernen. Nach der Schule
haben wir frei.“ Etwas, das sich wohl viele
Familien wünschen.
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PIA BICHARA
Foto: picturedesk.com / dpa / Franziska Kraufmann
Die Schultasche gehört in die Schule
Das AK Nachhilfebarometer
zeigt es Jahr für Jahr: Lernen findet noch immer nicht dort statt,
wo es eigentlich hingehört, in der Schule. Stattdessen verlagert sich der Lerndruck nach Hause.
Mit 612.000 Kindern müssen die Eltern am Nachmittag regelmäßig lernen. Zusätzlich brauchen
viele noch bezahlte Nachhilfe, genau 226.000 SchülerInnen. Lösungen gibt es:
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Sind die Kinder in einer echten,
verschränkten Ganztagsschule,
müssen
die Eltern seltener mit ihnen zu Hause lernen
als in der üblichen
Halbtagsschule. Wobei in
der verschränkten
Ganztagsschule Lernen,
Üben, Sport und
Freizeit über
den ganzen
Tag verteilt
sind. Entlastend wirkt auch
regelmäßiger Förderunterricht
in der Schule. Den gibt es vor
allem in den Volksschulen.
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Die Eltern müssen
entlastet werden,
fordert
die Arbeiterkammer. Sie setzt
sich für mehr echte,
verschränkte Ganztagsschulen ein. Idealerweise
gibt es dort keine Hausübungen. Die Schulta-
sche soll unter der Woche in der Schule
bleiben. Ebenso sieht die Arbeiterkammer beim
derzeitigen Förderunterricht Verbesserungsbe-
darf – als ersten Schritt.
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Schließlich soll eine neue Schulfinan-
zierung
dazu führen, dass jedes Kind
seine Chance bekommt – unabhän-
gig davon, ob die Eltern nur neun
Jahre in der Schule waren oder
AkademikerInnen sind. Die AK
verlangt die Schulfinanzierung
nach einem Chancenindex. Pro
SchülerIn, deren Eltern keinen
höheren Bildungsabschluss haben,
soll die jeweilige Schule mehr
Geld bekommen – damit sie
die Kinder besser fördert.
Die Schultasche soll in der
Schule bleiben: Ganztags-
schulen entlasten Familien
Teure Nachhilfe
–
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ab 10 Uhr
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