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Noch Fragen?

wien.arbeiterkammer.at

AK FÜR SIE 03/2018

21

Mehr Wohnungen

bauen in Wien

Die AK sagt:

Nur wenn mehr geförderte Woh-

nungen gebaut werden, bleibt Wohnen in Wien

leistbar.

Die effiziente Nutzung

von schon bebau-

ten Grundstücken für den geförderten Wohn-

bau muss eine neue und prioritäre Aufgabe in

der künftigen Stadtverwaltung werden, etwa

angesiedelt beim Wohnfonds Wien oder der MA

69 (Liegenschaftsmanagement). Dazu gehört

das systematische Screening der vorhandenen

Flächen sowie die Qualitätssicherung der Bau-

projekte.

Die Stadt muss private Investoren

über

städtebauliche Verträge zu einem Sozialwoh-

nungsanteil beim Neubau verpflichten.

Die Stadt und die Wohnbauträger

müssen mehr Anreize für Umzüge

in kleinere

Wohnungen setzen, etwa über den Preis.

Von der Stadt gibt es dazu bereits ein Pro-

gramm, das weiterentwickelt werden muss.

Ausbau ja, aber mit Rücksicht

auf und

mit Vorteilen für die Alteingesessenen.

Das heißt: altersgerechte, moderne Wohnungen,

thermische Sanierung zur Reduktion der Heiz-

kosten, Lifteinbau, bessere Öffi-Anbindung,

Zufahrten, Grünflächen, Radwege, Durchgänge.

Vorteile für Alteingesessene

Genau so sollte der Ausbau von Wohnhäu-

sern laufen, wenn es nach der AK geht. In

einer Studie, die Wohn-

bund:consult im Auftrag der

AK zum Thema gemacht hat,

wird deutlich: Nur wenn altein-

gesessene BewohnerInnen

und Nachbarschaft einbezo-

gen werden und auch etwas

vom Ausbau haben, wird die-

ser akzeptiert. Der Leiter der

AK Abteilung Kommunalpoli-

tik, Thomas Ritt, meint: „Der

Baugrund in Wien ist inzwi-

schen oft zu teuer für den geförderten

Wohnbau. Neue private Wohnungen sind

für die meisten Beschäftigten schlicht zu

teuer. Deshalb müssen die Gemeinde- und

Genossenschaftsbauten weiter ausgebaut

werden.“ Aber auch die privaten Bauherren

müssen mehr zum geförderten Wohnbau

beitragen, fordert die AK. „Private Investo-

ren sollten mit städtebaulichen Verträgen

zum Bau von mehr Sozialwohnungen ver-

pflichtet werden.“ Etwa 5.000 bis 7.000 ge-

förderte Wohnungen werden derzeit jähr-

lich in Wien gebaut. „Es könnten viel mehr

sein“, so Ritt. Er schätzt das Ausbau-Poten-

zial auf noch einmal mindestens 2.000 ge-

förderte Wohnungen pro Jahr.

„Wien wächst“, sagt Ritt. „Da-

mit es auch für die Kinder der

Wienerinnen und Wiener

noch leistbare Wohnungen

gibt, müssen wir jetzt alle Re-

gister ziehen.“

Platz für Neues

Dass so ein Ausbau auch ei-

nen Neustart der anderen Art

mit sich bringen kann, zeigt

das Elektroauto-Projekt, das für die Miete-

rinnen und Mieter der Hauffgasse im Zuge

der Sanierung gestartet wird: Elektroautos

vor der Haustür zum Mieten als Carsha-

ring. Da kommen auch Alteingesessene

wie der 59-jährige Georg auf den Ge-

schmack: Er fährt nur ein- bis zweimal pro

Woche selbst und ist vom eigenen Auto

auf Carsharing umgestiegen: „Es macht

Spaß, mit so einem Elektroauto zu fahren.

Ich hätte das nie geglaubt.“

SANDRA KNOPP, UDO SEELHOFER

„Alle Register

ziehen, damit es

auch für die

Kinder der Wiene-

rInnen noch

leistbare Wohnun-

gen gibt.“

AK Kommunalpolitik-Chef

Thomas Ritt

Sagen Sie, was Ihnen wichtig ist!

Wohnen: Soll es klare und wirksame

Obergrenzen für Mieten geben?

Post-

karte auf der Heftrückseite

.

Susanne

wird noch bis 2020 mit der

Baustelle am Haus leben. Sie meint:

„Besser alles auf einmal sanieren, als

ein Bauprojekt nach dem anderen im

Haus“