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wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 03/2018
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Mehr Wohnungen
bauen in Wien
Die AK sagt:
Nur wenn mehr geförderte Woh-
nungen gebaut werden, bleibt Wohnen in Wien
leistbar.
■
Die effiziente Nutzung
von schon bebau-
ten Grundstücken für den geförderten Wohn-
bau muss eine neue und prioritäre Aufgabe in
der künftigen Stadtverwaltung werden, etwa
angesiedelt beim Wohnfonds Wien oder der MA
69 (Liegenschaftsmanagement). Dazu gehört
das systematische Screening der vorhandenen
Flächen sowie die Qualitätssicherung der Bau-
projekte.
■
Die Stadt muss private Investoren
über
städtebauliche Verträge zu einem Sozialwoh-
nungsanteil beim Neubau verpflichten.
■
Die Stadt und die Wohnbauträger
müssen mehr Anreize für Umzüge
in kleinere
Wohnungen setzen, etwa über den Preis.
Von der Stadt gibt es dazu bereits ein Pro-
gramm, das weiterentwickelt werden muss.
■
Ausbau ja, aber mit Rücksicht
auf und
mit Vorteilen für die Alteingesessenen.
Das heißt: altersgerechte, moderne Wohnungen,
thermische Sanierung zur Reduktion der Heiz-
kosten, Lifteinbau, bessere Öffi-Anbindung,
Zufahrten, Grünflächen, Radwege, Durchgänge.
Vorteile für Alteingesessene
Genau so sollte der Ausbau von Wohnhäu-
sern laufen, wenn es nach der AK geht. In
einer Studie, die Wohn-
bund:consult im Auftrag der
AK zum Thema gemacht hat,
wird deutlich: Nur wenn altein-
gesessene BewohnerInnen
und Nachbarschaft einbezo-
gen werden und auch etwas
vom Ausbau haben, wird die-
ser akzeptiert. Der Leiter der
AK Abteilung Kommunalpoli-
tik, Thomas Ritt, meint: „Der
Baugrund in Wien ist inzwi-
schen oft zu teuer für den geförderten
Wohnbau. Neue private Wohnungen sind
für die meisten Beschäftigten schlicht zu
teuer. Deshalb müssen die Gemeinde- und
Genossenschaftsbauten weiter ausgebaut
werden.“ Aber auch die privaten Bauherren
müssen mehr zum geförderten Wohnbau
beitragen, fordert die AK. „Private Investo-
ren sollten mit städtebaulichen Verträgen
zum Bau von mehr Sozialwohnungen ver-
pflichtet werden.“ Etwa 5.000 bis 7.000 ge-
förderte Wohnungen werden derzeit jähr-
lich in Wien gebaut. „Es könnten viel mehr
sein“, so Ritt. Er schätzt das Ausbau-Poten-
zial auf noch einmal mindestens 2.000 ge-
förderte Wohnungen pro Jahr.
„Wien wächst“, sagt Ritt. „Da-
mit es auch für die Kinder der
Wienerinnen und Wiener
noch leistbare Wohnungen
gibt, müssen wir jetzt alle Re-
gister ziehen.“
Platz für Neues
Dass so ein Ausbau auch ei-
nen Neustart der anderen Art
mit sich bringen kann, zeigt
das Elektroauto-Projekt, das für die Miete-
rinnen und Mieter der Hauffgasse im Zuge
der Sanierung gestartet wird: Elektroautos
vor der Haustür zum Mieten als Carsha-
ring. Da kommen auch Alteingesessene
wie der 59-jährige Georg auf den Ge-
schmack: Er fährt nur ein- bis zweimal pro
Woche selbst und ist vom eigenen Auto
auf Carsharing umgestiegen: „Es macht
Spaß, mit so einem Elektroauto zu fahren.
Ich hätte das nie geglaubt.“
■
SANDRA KNOPP, UDO SEELHOFER
„Alle Register
ziehen, damit es
auch für die
Kinder der Wiene-
rInnen noch
leistbare Wohnun-
gen gibt.“
AK Kommunalpolitik-Chef
Thomas Ritt
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Wohnen: Soll es klare und wirksame
Obergrenzen für Mieten geben?
Post-
karte auf der Heftrückseite
.
Susanne
wird noch bis 2020 mit der
Baustelle am Haus leben. Sie meint:
„Besser alles auf einmal sanieren, als
ein Bauprojekt nach dem anderen im
Haus“