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wien.arbeiterkammer.atAK FÜR SIE 05/2018
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Im Einsatz für mehr Gerechtigkeit
Büroassistentin, Betriebsrätin, Frauenvorsitzende, Vizepräsidentin des Gewerk-
schaftbunds, AK Präsidentin:
Der Lebenslauf von Renate Anderl ist geprägt vom Einsatz
für mehr Gerechtigkeit für die ArbeitnehmerInnen.
1980
schließt Renate Anderl die Handelsschule ab und fängt als Büroassistentin in der
damaligen Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie (heute Teil der Gewerkschaft Pro-Ge) an.
Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich als Betriebsrätin in der Gewerkschaft.
2003
Bundes-
frauensekretärin ihrer Gewerkschaft. Wichtiges Thema: Durchleuchtung der Kollektivverträge
auf nachteilige Regelungen für Frauen. Mittlerweile werden etwa Zeiten der Elternkarenz auf
Vorrückungen angerechnet.
2008
geschäftsführende Bundesfrauenvorsitzende,
2009
Bundesfrauenvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der nunmehrigen Gewerkschaft
Pro-Ge,
2014
geschäftsführende Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des
Gewerkschaftsbunds. Als Vizepräsidentin des Gewerkschaftsbunds setzte
Renate Anderl die Lohnsteuersenkung
2016
mit durch, die Arbeitneh-
merInnen wurden um fünf Milliarden Euro entlastet. Seit Ende April ist sie
Präsidentin der Arbeiterkammer. Ihre Schwerpunkte in der Arbeiterkam-
mer: „Arbeit, Wohnen, Chancen.“
e ArbeitnehmerInnen
Stichwort Arbeit: Was ist da wichtig?
Zunächst sind wir offen für alle, die mit
uns zusammenarbeiten wollen. Ich möch-
te deshalb mit der Wiener Stadtregierung,
mit der wir schon bisher eng zusammen-
arbeiten, ein Bündnis für Arbeit und Wohl-
stand initiieren.
Die Arbeiterkammer tritt ja gemeinsam
mit den Gewerkschaften gegen einen
generellen Zwölf-Stunden-Tag und die
60-Stunden-Woche auf...
Genau. Ich wüsste nicht, warum wir uns
hundert Jahre zurückkatapultieren sollten,
in die Zeit vor der Ersten Republik, die
dann den Acht-Stunden-Tag eingeführt
hat. Wir brauchen keinen generellen Zwölf-
Stunden-Tag, keine 60-Stunden-Woche
oder, wie nach EU-Recht möglich, eine
Wochenarbeitszeit von bis zu 75 Stunden.
Im Gegenteil. Wir wollen kürzere Arbeits-
zeiten, mehr Selbstbestimmung für die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und
eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Privatleben. Auch beim Urlaub brauchen