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Gewählt: Die Vollversammlung wählte Renate Anderl mit überwältigender Mehrheit der Stimmen zur neuen Präsidentin der AK Wien
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Die
Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer wählte Renate Anderl auch zur Präsidentin aller Arbeiterkammern. Bundespräsident Alexander
Van der Bellen (Bild) hob soziale Sicherheit und Zusammenhalt in Österreich als Verdienst der Sozialpartnerschaft hervor
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Angelobt: Renate
Anderl mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein
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GEMEINSAM
GEHT DAS!
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AK FÜR SIE 05/2018
„Wie soll Arbeit?“
S
ambatrommler mit starkem
Rhythmus und gelben Warnwes-
ten,
davor und dahinter KollegInnen
mit Boxen, Plakaten und Antwortkarten:
Der Mitgliederdialog von AK und ÖGB ging
im April auf die Straße. Die PassantInnen
konnten zum Thema „Wie soll Arbeit?“ ihre
Meinung abgeben.
Z
um Beispiel die Landschafts-
planerin Marlis Pardeller in der
Mariahilfer Straße.
Ihr ist „Gleich-
berechtigung der Löhne“ am wichtigsten.
Oder der Drucker Marco Prohaska: „Die
60-Stunden-Woche soll nicht kommen“,
sagt er. Und er findet gut, dass hier im Mit-
gliederdialog etwas gemeinsam getan wird:
Immer wieder Gelb:
Im Mitgliederdialog von AK und ÖGB war im
April eine Aktionswoche zum Sammeln der Antwortkarten. Für 26. Mai
lädt AK Präsidentin Renate Anderl zum Tag des Dialogs in die AK.
wir kein Zurück zu vier Wochen, sondern
die leichtere Erreichbarkeit der sechsten
Urlaubswoche.
Stichwort Wohnen: Was tun gegen die
steigenden Mieten?
Angesichts des Wachstums der Bevölke-
rung brauchen wir pro Jahr 9.000 neue
geförderte Wohnungen in Wien. Aber
auch die Bundesregierung darf sich nicht
aus der Verantwortung stehlen. Wir brau-
chen eine klare Begrenzung der Mieten im
privaten Bereich, wir brauchen ein Ende
der unseligen Befristungen.
Stichwort Chancen: Geht es da um
Sozialleistungen und Bildung?
Ja, unser Sozialstaat hat Chancen für alle
Menschen zum Ziel. Einige Maßnahmen
der Bundesregierung widersprechen
dem. Ich denke zum Beispiel an den Fami-
lienbonus bei der Steuer. Er ist so ange-
legt, dass generell jedes achte Kind und
jedes zweite Kind von Alleinerziehenden
keinen Anspruch darauf hat. Gleichzeitig
wird der Ausbau der Ganztagsschulen
verzögert. Ich will eine gerechte Schul-
finanzierung, die allen Kindern Chancen
bietet. Wir brauchen ein Qualifizierungs-
geld für Erwachsene, die eine volle Aus-
bildung nachholen. Und ich wehre mich
auch gegen eine Abschaffung der Not-
standshilfe.
Jetzt will die Bundesregierung weniger
Geld für die AK durch weniger Beiträge...
Die Mitglieder stehen zur Arbeiterkammer
und zum AK Beitrag. Im Gegenteil: Die
Arbeiterkammer wird zudem neue Leistun-
gen anbieten, wie sie von den Mitgliedern
gewünscht werden. Deshalb läuft ja gera-
de unser Mitgliederdialog. Ich lade auch
ein zum Tag des Dialogs am Samstag,
26. Mai, bei uns in der Arbeiterkammer.
n
PETER MITTERHUBER
Marlis Pardeller
(rechts) macht mit
beim Dialog, ist für
„Gleichberechtigung
der Löhne“
Fotos: Sebastian Philipp, Erwin Schuh