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AK FÜR SIE 05/2018
Ständig auf
Abruf? Muss
nicht sein!
Wenn die Chefität am freien Tag anruft,
geht es oft darum, für KollegInnen kurzfris-
tig einzuspringen. Bei Ankerbrot hat man
dafür eine gute Lösung gefunden (siehe
unten). ArbeitnehmerInnen anderswo
sagen: „Es ist ein Sms-Terror.“
Gla
”
Wenn ich zwei Wochen hintereinander 60 Stunden
gearbeitet habe, möchte ich nicht an meinem ersten
freien Tag für jemanden einspringen oder über einen Dienst-
tausch diskutieren. Alles hat Grenzen!!!!!
”
Ich empfinde momentan die ständigen Dienstän-
derungen und die SMS, von denen ich seit
Wochen sogar geweckt werde, als psychisch belastend. Es
ist SMS-Terror ...
”
immer mehr und mehr verlaunga und immer weniger
zoin ...
”
Damit die Firmen abgesichert sind, machen sie
All-in-Verträge zu einem Lohn, der die verlorene Freizeit
nicht entschädigt. ...
”
Frechheit eigentlich! Jede Minute, die mit der Arbeit
verloren geht, muss bezahlt werden! ...
”
Da es alle machen, würde es unangenehm auffallen,
wenn man (häufiger) in der Freizeit nicht erreichbar ist.
”
Bei der Firma B. muss man fast Tag und Nacht
erreichbar sein. Ist man es nicht, weil man einfach das
Handy mal nicht dabeihat oder sogar ausgeschaltet hat, dann
hat man die Woche darauf einen ganz besch Dienstplan und
auch keinen freien Tag.
”
Nach meinem Urlaub hat mich mein Chef angespro-
chen, warum ich nicht abgehoben habe, ich antwortete
ihm, dass ich im Urlaub nicht erreichbar bin. Seitdem schaut er
mir ständig auf die Finger, was ich mach und pflanzt mich in
jeglicher Hinsicht, sei es meine Urlaubsplanung, die ihm nicht
passt, oder dass ich meinen Arbeitsplatz für 5 Minuten verlasse.
”
Mein Familienleben stand knapp an der Kippe.
”
Die Krönung des Ganzen ist es, wenn man Pflegeur-
laub meldet, weil das 3-jährige Kind Scharlach mit
Fieber hat und man im selben Moment gefragt wird, ob man
dafür morgen einspringen kann.
”
Am schlimmsten ist es, wenn man krank ist. Da ruft der
Chef alle zwei Tage an und fragt, wann man endlich
wiederkommt.
Endlich ein freier Tag, endlich absch
das Handy, der Chef ist dran und will
springt. Laut AK Online-Umfrage ist
für viele ArbeitnehmerInnen ein Ärg
Auf die Frage, ob sie ein Diensthandy hat, sagt Bleona A. lachend:
„Nein!“ Sie arbeitet in einer kleineren Ankerbrot-Filiale auf der
Wienerbergstraße. Harald Ehrenberger von der Personalabteilung
erklärt: „Wir haben für kurzfristige Ausfälle in kleineren Filialen
einen Pool an Springern, die eine monatliche Zulage bekommen.
In größeren Filialen müssen von Haus aus genug MitarbeiterInnen
zum Dienst eingeteilt sein, dass ein kurzfristiger Krankenstand
abgefangen werden kann“
Foto: Erwin Schuh
AK Online-Umfrage