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WIRTSCHAFT UND UMWELT GRAFIK-DIENST

Umweltverträgliche Verkehrspolitik

Die Verlagerung des Verkehrs auf die

Schiene ist politisches Postulat in allen

Staaten. Die Graphik der Allianz pro

Schiene, ein Bündnis in Deutschland zur

Förderung des umweltfreundlichen und

sicheren Schienenverkehrs, zeigt jedoch

auf, wie europäische Staaten dies tat-

sächlich umsetzen. Denn die Infrastruk-

turausgaben von heute ermöglichen die

umweltverträgliche Verkehrspolitik von

morgen. An der Spitze bei den Ausgaben

in den Ausbau und Erhalt des Schienen-

netzes liegen die Schweiz und Österreich.

Abgeschlagen dagegen „Sparmeister“

Deutschland mit einer deutlichen Unterfi-

nanzierung der Infrastruktur.

FG

www.arbeiterkammer.at

Wirtschaft & Umwelt 3/2015

Seite 7

AWG NOVELLE 2015

Begutachtung

Der Entwurf für eine AWG

Novelle 2015 soll die Seveso-

III-Richtlinie 2012/18/EU ins

Abfallrecht umsetzen.

Vorgeschlagen werden wei-

ters verschiedene Einzelmaß-

nahmen wie die Abschaffung

des Abfallbeauftragten-Stellver-

treters, Vorzugspfandrecht des

Bundes bei der Altlastensanie-

rung etc.

Die AK kritisiert die zersplit-

terte und unübersichtliche Um-

setzung der Seveso-III-Richtlinie

in Österreich und fordert für die

Umsetzung von EU-Richtlinien in

nationales Recht ein abgestimm-

tes Gesetzgebungsverfahren.

Jedenfalls müssen die Betriebs-

ratskörperschaften in Betrieben

der oberen Klasse auch weiterhin

als die ersten Ansprechpartner

bei der Erstellung des internen

Notfallplans genannt werden.

In Hinblick auf die laufende

Umsetzung der Verpackungs-

verordnung fordert die AK eine

„Hauptkostenverantwortung des

Ausschreibungsführers“. Auch

ist es notwendig, abgestimmte

und einheitliche Eckpunkte für

die Umsetzung der Aarhus-

Konvention in Österreich zu

entwickeln. Alle Sozialpartner

sind zeitnah an diesbezüglichen

Gesprächen zu beteiligen.

HO

NACHHALTIGKEIT

NFI Richtlinie

Große börsennotierte Unter-

nehmen müssen ab 2017 eine

„Nichtfinanzielle Erklärung“

(NFI) abgeben.

Die Richtlinie 2014/34/EU

verpflichtet große börsennotierte

Unternehmen dazu, zu Umwelt-,

Sozial- und ArbeitnehmerInnen-

belangen regelmäßig zu berich-

ten. Mittels einer Konsultation

ermittelt das Justizministerium,

wie dies in Österreich umgesetzt

werden soll. Die AK spricht sich

in ihrer Stellungnahme dafür aus,

dass alle großen Unternehmen,

auch die im öffentlichen Eigen-

tum, davon erfasst sein sollen.

Vorzugsweise sollen die Indika-

torensets der Global Reporting

Initiative (GRI) zur Anwendung

kommen. Diese sollen aber um

spezifische Indikatoren zu den

Themen Gesundheit am Ar-

beitsplatz, Arbeitsverhältnis und

Arbeitszeit ergänzt werden. Am

besten ist es, wenn die Berichte

dazu in die herkömmliche Fi-

nanzberichterstattung integriert

werden. Jedenfalls sollten diese

Berichte auch extern, und zwar

durch Wirtschaftstreuhänder,

überprüft werden.

HO

EU-PARLAMENT

Schutz des Wassers

vor Privatisierung

Das EU-Parlament hat für die

Verankerung von Wasser als

Menschenrecht gestimmt.

Der Umweltausschuss des

EU-Parlaments hatte zuvor in

einem Initiativbericht die EU-

Kommission aufgefordert, die

Versorgung mit Wasser und sa-

nitärer Grundversorgung vor wei-

teren Liberalisierungstendenzen

zu schützen und dabei auch

Dienstleistungen der Wasser-

und sanitären Grundversorgung

ausdrücklich von internationalen

Handelsabkommen wie etwa

TTIP auszunehmen. Damit un-

terstützt das EU-Parlament die

erfolgreiche EU-BürgerInneniniti-

ative (EBI) „right2water“, die von

rund 1,9Millionen EuropäerInnen

unterstützt wurde. Ein großer Er-

folg der EBI ist die Ausnahme für

Wasserversorgung und Abwas-

serentsorgung bei der Konzessi-

onsrichtlinie. Der Bericht begrüßt

diese Ausnahme und fordert

die EU-Kommission auf, diese

auch bei jeder Überarbeitung

der Richtlinie beizubehalten.

Nun muss die EU-Kommission

den Schutz der öffentlichen

Wasserversorgung vor weiteren

Privatisierungen, etwa auch bei

Handelsabkommen wie TTIP,

sicherstellen.

SI

in ausgewählten europäischen Ländern 2014

Pro-Kopf-Investitionen des Staates in die Schieneninfrastruktur

35

49

50

82

110

142

163

210

351

0

100

200

300

Euro pro Einwohner

Spanien

Deutschland

Frankreich

Italien

Großbritannien

Niederlande

Schweden

Österreich

Schweiz

Entwurf der AWG Novelle enthält noch kritische Punkte

Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von BMVI (D), VöV (Schweiz), BMVIT (Ö), SCI Verkehr GmbH.